Thierry Henry sprach wenigstens nicht von der Hand Gottes, wie einst Maradona, der die Engländer bei der WM '86 betrog. Er erkannte sie als seine eigene an - die Hand, die Frankreich zur Fußball-WM 2010 beförderte.
Ein diskussionswürdiges Ereignis, das die Bundesliga-Thematik des Wochenendes in den Hintergrund rücken lässt und doch die Bundesliga tangiert.

Irgendwie tut einem dieser Henry auch leid. So wie er nach dem Spiel die deprimierten, um ihren verdienten Lohn gebrachten irischen Spieler tröstete. Offenbar hin - und hergerissen zwischen schlechtem Gewissen und der Loyalität zu seiner Mannschaft. In der Tat eine sehr schwierige Situation für den Profi des FC Barcelona.
Aber nur mal laut gedacht: Was wäre passiert, wenn der französische Stürmer den schwedischen Schiedsrichter aufgeklärt hätte? Frankreich hätte ja immer noch das Elfmeterschießen für sich entscheiden können.
Ich bin sicher, der Respekt, weltweit und in Frankreich selbst, wäre deutlich größer ausgefallen als die Wucht der Häme, die nun auf ihn einstürzt - nicht nur auf ihn, sondern auch auf die gesamte Équipe Tricolore.
Nun schämt sich ein ganzes Land für die WM-Teilnahme. Jeder französische Erfolg in Südafrika wird Erinnerungen an jenen Skandal-Mittwoch in St. Denis wecken. Jeder Erfolg wird relativiert, selbst wenn Frankreich Weltmeister werden sollte, wird in den Geschichtsbüchern der unlautere Weg nach Südafrika aufgezeigt werden.
Abgesehen davon, dass ein weiterer Beleg für die zwingende Notwendigkeit des TV-Beweises geliefert ist. Die Gralshüter der FIFA setzen immer noch auf die heilige Kuh der Tatsachenentscheidung. In Zeiten von manipulierten Spielen, bestochenen Schiedsrichtern (dies ohne jegliche Unterstellung was das Spiel Frankreich gegen Irland betrifft) wäre diese technische Einrichtung auch ein Mittel im Kampf gegen Kriminelle.
Thiery Henry musste innerhalb von wenigen Augenblicken entscheiden, ob er sich bekennt. Er hat sich, was er offensichtlich selbst am meisten bedauert, falsch entschieden. Nun steht seine vierte WM-Teilnahme an. Ich weiß nicht ob sie ihm wirklich Freude bereitet.