Einst trat er in Freiburg ein schweres Erbe an, jetzt ist er längst aus dem Schatten seines Vorgängers Volker Finke getreten. Die Rede ist von Robin Dutt, der in seinem zweiten Trainer-Jahr aufstieg und nun den Bundesliga-Klassenerhalt anstrebt.
Im Sommer 2007 wechselte Dutt, der es als Spieler nur bis in die Verbandsliga geschafft hatte, vom Regionalligisten Stuttgarter Kickers zu den damals in der zweiten Liga spielenden Südbadenern. Dort löste er die Trainer-Institution Volker Finke nach dessen 16-jähriger Ära ab.
"Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe und weiß, was für eine tolle Arbeit Finke in vielen Jahren hier geleistet hat. Das ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich", hatte Dutt gesagt. Dann sagte er nichts mehr, arbeitete akribisch und ließ den Worten Taten folgen.
Denn Fußball-Freiburg war nach dem Bekanntwerden des Abschieds von Finke gespalten. Eine Pro-Finke-Gruppierung hatte sich vehement für den Verbleib des Langzeit-Trainers eingesetzt. Finke hatte den damals eher provinziellen Verein nach seinem Einstieg 1991 zu einer bundesweiten Marke gemacht und war mit ihm insgesamt dreimal in die Bundesliga aufgestiegen.
Dutt, der in der Regionalliga mit geringem Etat überzeugende Arbeit geleistet hatte, passte mit seiner Vorliebe für den Kurzpass-Fußball und seiner smarten Art ins Freiburger Anforderungsprofil. Der Trainer vertrat die Überzeugung, dass ein Neuanfang nur gelingen könne, wenn die Vergangenheit ruhe. Nachdem Dutt den Bundesliga-Aufstieg in seiner ersten Saison als SC-Trainer knapp verpasst hatte, führte er den Sportclub in der vergangenen Spielzeit als überlegenen Zweitliga-Meister nach vierjähriger Abstinenz zurück ins Fußball-Oberhaus.
Damit verdiente sich der gebürtige Rheinländer mit indischen Wurzeln endgültig auch den Respekt der SC-Fans, die ihn zunächst mit Ablehnung empfangen hatten. Und jedem ist mittlerweile klar, dass Dutt gute Arbeit leistet, noch dazu ganz im Sinne der Philosophie des Ausbildungsvereins. Es wurde zwar auch Geld für Routiniers ausgegeben, doch Dutt setzte auch auf viele Talente: Eke Uzoma, Ömer Toprak (beide 19) und Johannes Flum (21) entstammen der SC-Fußballschule.
Als Chefcoach soll Robin Dutt seinen erfolgreichen Weg mit dem SC Freiburg fortsetzen. So verlängerte der 44-Jährige seinen zum Saisonende auslaufenden Kontrakt bis zum 30. Juni 2012. "Wir haben uns zusammen für einen längerfristigen Vertrag entschieden, weil der Trainer und sein Team unser vollstes Vertrauen genießen und hier sehr gute Arbeit leisten", hatte der mittlerweile verstorbene SC-Präsident Achim Stocker einen Tag vor dem Aufsteiger-Duell des Tabellenelften beim FSV Mainz 05 gesagt.
"Für mich war entscheidend, dass wir nach dem Aufstieg in die Erste Bundesliga jetzt den nächsten Schritt gehen können", erklärte Dutt. Und daran arbeitet der "Gegenwartsmensch" Dutt mit Akribie, um dem Ziel Klassenerhalt möglichst schnell ganz nahe zu kommen.